TGB-Studierende gingen dank „Erasmus+“ in Dublin zur Arbeit

28.05.2026

Wachstum auf allen Ebenen

Ein lohnenswerter Sprung ins kalte Wasser, eine unvergessliche Zeit und wertvolle neue Erfahrungen: Das Theresia-Gerhardinger-Berufskolleg (TGB) hat als erste der Einrichtungen aus dem Kolping Schulwerk am Programm „Erasmus+“ teilgenommen und elf Studierenden damit einen Perspektivwechsel im Ausland ermöglicht. Für die angehenden Heilerziehungspfleger*innen und Erzieher*innen eine besondere Chance: Ihr zweiwöchiges Praktikum in Dublin bot ihnen fachlich und persönlich einen großen Wachstumsschub.

Ihre Arbeitseinsätze hatten sie überwiegend in elementarpädagogischen Einrichtungen wie Kitas und Nachmittagsbetreuung. Die meisten von ihnen haben nicht nur hospitiert, sondern durften sich auch mit Impulsen, kreativen Angeboten und beratend einbringen. Das hat Eindruck gemacht. „Unsere Studierenden haben mit ihrem fachlichen Know-how und ihrer methodischen Expertise gepunktet“, berichtet Daniel Frattollino, der den Austausch zusammen mit seiner TGB-Kollegin Fiona Seaman begleitet und sich über die vielen positiven Rückmeldungen aus den Praktikumseinrichtungen gefreut hatte. „Unsere Studierenden standen hoch im Kurs, weil sie sich mit großer Professionalität pädagogisch eingebracht haben.“ Sogar ein Jobangebot gab’s zum Ende.

Mut macht sich bezahlt

Beeindruckt sind die beiden Lehrkräfte aber vor allem von dem Entwicklungs- und Wachstumspotenzial, das das Austauschprogramm ihren Studierenden geboten hat. „Sie haben auf so vielen Ebenen Erfahrungen gesammelt und ihre Perspektiven und ihr Know-how erweitert“, schwärmt Daniel Frattollino. „Den Arbeitsalltag in englischer Sprache zu bewältigen, hat bei allen Studierenden zu einer deutlichen Verbesserung der Englischkenntnisse geführt“, ergänzt Fiona Seaman. Bereichernd war es vor allem, die methodischen und pädagogischen Unterschiede zu beobachten. Ins Auge gestochen sind den Studierenden besonders der Kontrast in puncto Ausstattung, räumliche Begebenheiten, Strukturen und Partizipation. „Dadurch wurde den Studierenden deutlich, warum in Deutschland so viel Augenmerk auf gelebte Strukturen, ein konstruktives Miteinander und die Wichtigkeit des Raums als dritter Erzieher gelegt wird“, berichtet Daniel Frattollino von den nachhaltigen Aha-Erlebnissen.

Unbezahlbar war aber auch der Mut, die eigene Komfortzone weit hinter sich zu lassen. Das bedeutete nicht nur, sich trotz eingeschränkter Sprachkenntnisse durch den Alltag zu schlagen und in einer fremden Familie zu leben, sondern beispielsweise auch, sich mit dem ÖPNV in einer Großstadt zurechtzufinden. Besonders bemerkenswert, weil die Studierenden oft sehr lange Anfahrten – von mindestens einer Stunde – zum Arbeitsplatz zu bewältigen hatten. „Sich mit einem Auslandsaufenthalt einer Situation gestellt zu haben, die man nicht perfekt planen kann, ist eine intensive Erfahrung, aus der man viel Selbstvertrauen schöpfen kann“, ergänzt Daniel Frattollino. „Zu erleben, mir gelingt das alles, ist eine einmalige Erfahrung. Das, was unsere Studierenden fürs Leben mitgenommen haben, ist kaum zu toppen“, bilanzieren Fiona Seaman und Daniel Frattollino.

 

„Erasmus+“ für eine neue Zielgruppe

Das Kolping-Bildungswerk Paderborn (KBW) ermöglicht seit Neuestem auch den Studierenden aus dem Kolping Schulwerk, Auslandserfahrungen zu sammeln. Das KBW knüpft an seine langjährige Vernetzung mit europäischen Partnerorganisationen an und erweitert über „Erasmus+“ seine Zielgruppen für internationale Austausche um die Berufskollegs. Die Studierenden profitieren von dem EU-geförderten Auslandsaufenthalt durch gestärkte interkulturelle Kompetenzen, neue fachliche Perspektiven und den Aufbau eigener internationaler Netzwerke. Aus dem Schulwerk gingen als Erstes Studierende des Theresia-Gerhardinger-Berufskollegs (TGB) auf Reisen. Die Abteilung Erwachsenenbildung hatte ihnen einen zweiwöchigen Aufenthalt in der irischen Hauptstadt organisiert. Perspektivisch sind neben Dublin auch weitere Ziele möglich – je nach Gruppe und Bedarfe.

<p>Internationale Luft schnupperte eine Gruppe von TGB-Studierenden in Irland, die von Fiona Seaman und Daniel Frattollino während ihres „Erasmus+“-Aufenthalts begleitet wurde.</p>
<p>Foto: Sean O'Malley</p>

Internationale Luft schnupperte eine Gruppe von TGB-Studierenden in Irland, die von Fiona Seaman und Daniel Frattollino während ihres „Erasmus+“-Aufenthalts begleitet wurde.

Foto: Sean O'Malley